Krieg in Afghanistan von 2001 bis 2021 und die Auswirkungen auf die Bevölkerung

Krieg in Afghanistan von 2001 bis 2021 und die Auswirkungen auf die Bevölkerung

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 griffen die USA und die NATO Afghanistan an, um Al-Qaida und die Taliban zu stürzen. Nach dem Sturz der Taliban-Regierung folgen 20 Jahre Krieg, voller Gewalt, Instabilität und ausländischer Militärpräsenz. Als die internationalen Truppen im Sommer 2021 schließlich abzogen, kam es im August 2021 zu einer schnellen Machtübernahme der Taliban. 

Für viele Teile der Bevölkerung war der Sturz der Taliban ein Hoffnungsschimmer, brachte vielen Menschen große Verluste und nur begrenzte, oft unsichere Verbesserungen. Vor allem Zivilisten leiden unter dem Krieg, es gab Hunderttausende Tote und Verletzte unter ihnen, viele mussten alles zurücklassen und aus ihrer Heimat fliehen, die Infrastruktur war zerstört und der weg zu Medizinischer Versorgung wurde erschwert. Die Bevölkerung ist dauerhafter Unsicherheit und Angst ausgesetzt und jüngere Generationen wuchsen im Krieg auf. Der Krieg brachte außerdem ein extremes Armutsverhältnis, hohe Arbeitslosigkeit und starke Hungersnot mit sich. 

Besonders Frauen und ihre Rechte litten unter den Kriegsfolgen. Nach dem Sturz der Taliban gab es für Frauen begrenzte Hoffnung, da junge Mädchen wieder zur Schule gehen durften und ihnen ermöglicht wurde nach der Schule zu studierten, zu arbeiten oder politisch aktiv zu sein. Ihnen wurde ein besserer Zugang zur Medizinischen Versorgung ermöglicht und junge Mädchen wurden über Sex und ihre Periode aufgeklärt. Frauen saßen außerdem erstmals im Parlament, arbeiteten als Journalistinnen, Lehrerinnen oder als Ärztinnen. 

Doch trotz dieser Hoffnungsschimmer blieb vieles gleich, die neuen Fortschritte an Rechten und Möglichkeiten für Frauen gab es fast nur in den Großstädten und auf dem Land wurden diese Fortschritte kaum umgesetzt. Außerdem blieb Gewalt gegen Frauen alltäglich und auch Zwangsheirat war nicht verboten. Die politische Stimme für Frauen hatte auch viele Schattenseiten, denn viele Frauen, die sich aktiv und öffentlich politisch äußerten, wurden bedroht, Entführt oder im schlimmsten Fall ermordet. Somit mussten Frauen weiterhin in Angst und Unsicherheit leben. 

Nach Machtübernahme der Taliban wurden Mädchen wieder jegliche Form an Bildung verweigert und sie wurden aus Schulen und Universitäten verbannt. Auch der Ausschluss aus vielen Berufen war eine Folge der Machtübernahme. Ein gewaltiger Rückschritt der Frauenrechte war die Regelung der Taliban, dass Frauen gezwungen wurden sich zu Verschleiern und es strenge Bewegungsregeln für sie gab, die bedeuteten, dass eine Frau sich ohne männliche Begleiteten nicht aus dem Haus begeben durfte. Frauen verloren wieder ihre Sichtbarkeit, ihre Stimme in der Gesellschaft und auch ihre Selbstbestimmung. Die geringe Hoffnung, die sie in sich trugen, wurde ihnen wieder genommen und durch pure Angst ersetzt. 

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